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Deutschland ist so gut wie Europameister...beim Abfragen von Nutzerdaten bei Google

Seit ungefähr zwei Jahren gibt Google den Transparency Report heraus. Dieser erlaubt den Einblick in Sperranträge von Firmen oder anderen Rechteinhabern zwecks Urheberrechtsverletzung, aber auch den Einblick in Nutzerdatenabfragen von Regierungen.

Zu ersterem hat Google bereits im Mai einen Artikel veröffentlicht, indem einige Zahlen genannt werden. So wurden Stand heute ca. 1,8 Millionen Adressen und spezifische 24000 Domains auf Anfrage entfernt. Führend bei den Domains sind bekannte Filesharingseiten wie filestube, torrentz oder extratorrent. Die Daten sind nicht weiter verwunderlich, da auf solchen Seiten wohl zu 90% illegales getauscht wird.

Domains-Specified

Interessanter sind da schon die neuen Zahlen, auf welche Google heute im Rahmen ein Blogbeitrags aufmerksam gemacht hat.

Stellten die deutschen Behörden von Juli 2009 bis Dezember 2009 noch 458 Anträge auf Nutzerauskunft, so sind diese stetig angestiegen (Zahlen pro Halbjahr: 2010/1: 668, 2010/2: 768, 2011/1: 1065 ). Glaubt man den Zahlen vom Juli 2011 bis Dezember so ist die Nutzerdaten-Abfrage inzwischen durchschnittlich bei 1426 Datenabfragen angekommen.

Damit hat Deutschland im Schnelldurchlauf zu anderen EU Ländern, wie Großbritannien oder Frankreich aufgeschlossen und ist spätestens beim nächsten Google Report (betrachtet man das Wachstum) führend in Europa.

Behoerdenanfragen

Seit 2011 liefert Google noch mehr Details zu den einzelnen Anfragen, somit kann sich der interessierte Nutzer detailliert anzeigen lassen, wie beispielsweise die 1722 Löschanträge im zweiten Halbjahr 2011 zu Stande gekommen sind. Zusätzlich können einige Daten über eine Weltkarte abgerufen werden.

Transparency-Report

Wie sind diese Zahlen insgesamt zu deuten? Einerseits sind die steigenden Werte bei Datenabfragen bedenklich, andererseits ist das Internet stetig am wachsen und zieht nicht nur brave Lämmchen an.Knapp 1500 Abfragen in 6 Monaten, sind dennoch sehr geringe vergleicht man beispielsweise die Abmahnungen in diesem Zeitraum.

Börsengang perfekt - So höhlte Facebook über Jahre die Privatsphäre aus.

Seit heute ist Facebook an der Börse gelistet. Das bringt dem Netzwerk rund um Marc Zuckerberg nicht nur Unmengen an Geld (siehe Infografik Reuters) sondern macht eure Accounts quasi zu einer Geldanlage. Den Wert eurer Daten könnt ihr beim Abine Val-You Calculator sogar schätzen lassen.
Passend dazu habe ich eine Infografik von Abine für euch. Sie verdeutlicht, wie Facebook nach und nach die Privatsphäre eures Profils ausgehöhlt hat.
War am Anfang des Social Networks nur das Profibild innerhalb von Facebook zugänglich, stehen inzwischen so gut wie alle Daten in der Öffentlichkeit, verwendet man die Standardeinstellungen.
Stand heute bleiben nur noch euer Geburtstag und weitere Kontaktinformationen der Außenwelt verborgen. Dazu kommen noch ständige Änderungen der AGB. So sind die Nutzungsbedingungen laut einem Zeit Artikel inzwischen so formuliert, das jeder Nutzer des Netzwerks quasi selbst schuld ist, wenn er es verwendet.

Ist ja auch keine Wunder, denn nach dem Börsengang mit Rekord IPO (rund 16 Mrd. Dollar) muss mit den Daten gewirtschaftet werden, welche Formen das annehmen kann, hatte ich bereits im Artikel über bezahlbare Post erwähnt.

facebook_privatsphaere